Newsdetail
Hungerthematik auf der Salomon
Besatzung von Jugendschiffe.ch ernährt sich von JAM Brei
Derzeit segelt ein spezielles Schiff im Gebiet der Kapverdischen Inseln umehr. Es ist das Jugendschiff Salomon, welches unter Schweizer Flagge unterwegs ist. Auf dem Jugendschiff sollen sollen verhaltensauffällige Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht länger in ihrem sozialen Umfeld leben sollten, ein neues Zuhause finden. Letzte Woche behandelten die Jugendliche in der schiffsinternen Schule das Thema Hunger. Um den Jugendlichen dieses Thema nahezubringen, hat der Geschäftsführer der Jugendschiffe, Urs Rüttimann, den JAM Schweiz Infofilm sowie Original Brei und rote JAM Schalen aus der Schweiz auf das Schiff gebracht. Mutig entschloss sich ein Teil der Besatzung für zwei Tage nur vom JAM Brei zu leben.
Was sie dabei erlebt haben, können Sie direkt im Blog der Jugenschiffe.ch oder im Text unten lesen:
Mittwoch:
Hunger in Afrika ist das Thema des heutigen Tagesinputes nach dem Frühstück. Betretene Stille herrscht nach dem Informationsfilm, den uns JAM Schweiz freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Es stimmt schon nachdenklich, wenn man sich nach einem üppigen Frühstück bewusst wird, wie vielen Menschen die notwendigste Nahrung zum überleben schlichtweg fehlt. JAM Schweiz (www.jam-schweiz.org) , ein Hilfswerk, welches wir vom Verein Jugendschiffe unterstützen, hat uns mit entsprechendem Dokumentationsmaterial versorgt. Um die Thematik etwas intensiver wirken zu lassen haben wir Freiwillige gesucht, die sich für „nur“ 2 Tage mit genau derselben Tagesration Brei, serviert in genau denselben Plastikschüsselchen ernähren. R und P als Jugendliche und 3 Teammitglieder haben sich gemeldet. Einige der Jungs sind sogar daran interessiert, eine zeitlich begrenzte Patenschaft zu übernehmen. Es freut uns sehr, dass diese Idee aus den Reihen der Jungs kommt und nicht von unserer Seite eingebracht wurde.
Am Mittwochmorgen ist wieder ruhig sitzen und konzentrieren angesagt. Schule und lernen. Ganz unterschiedlich machen die Jungs mit, aber zum Glück ist ja heute Nachmittag Schulfrei. Ein Ausflug an Land wird diese Woche des Lernens ein wenig auflockern.
Um 14:00 liessen wir uns in zwei Fuhren mit dem Beiboot an Land setzen. Nach einer Strandwanderung gab es ein Fussballmatch und anschliessend ein Erfrischungsbad. Viel zu schnell war der ausgelassene Nachmittag vorüber und morgen droht schon wieder Schuuulleeeee…oh wehh…
Donnerstag:
Inzwischen sind einige von uns mit knurrenden Mägen unterwegs. Ein Jugendlicher hat noch gestern Abend beschlossen, die Aktion Brei zu beenden. Der Rest zeigt sich stur und wird wohl noch bis zum morgigen Tag durchhalten. Aber Hunger ist schon schwer zu ertragen. Wir sind uns so gewohnt mit einem vollen Magen durchs Leben zu gehen, dass wir es nur mit Anstrengung ertragen können, einmal fast nichts zu essen.
Inzwischen ist es 16:00 und die Jungs sind ausgepowert. 11 Stunden Mathematik in dieser Woche, das ist doch ziemlich ungewohnt für die meisten Jugendlichen. Nebenbei noch Sprachunterricht. Alle freuen sich aufs Wochenende und den kommenden Samstagsputz.
Abends war es dann soweit, dass die nächsten 2 Personen das Hungern aufgeben mussten. Der pädagogische Leiter und der Kapitän warfen das Handtuch und gingen auswärts etwas essen. Wir fühlten uns so mies, dass wir beschlossen, diese „Schwäche“ zuzulassen.
Freitag:
Freitagmorgen gab es dann für alle wiederum ein normales Frühstück. Die letzten 48 Stunden haben wir kurz das Thema Hunger gestreift und die ersten Anzeichen davon auch eine kleine Zeitspanne praktisch erlebt. Die negativen Auswirkungen auf das allgemeine Befinden sind enorm. Die körperliche, wie auch geistige Leistungsfähigkeit nimmt merklich ab. Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Lustlosigkeit sind ständige Begleiter, die man zu den allgemeinen Arbeiten zusätzlich handhaben muss.
Quelle: http://jssalomon.wordpress.com

